WDR Reportage: Könnes kämpft – Milchpreislüge

7. Dezember 2015

Die Milchpreislüge. Was uns billige Milch wirklich kostet

Milchprodukte sind Kassenschlager. Jeder Deutsche verzehrt im Jahr rund 92 Kilogramm davon. Doch der Preis für Rohmilch ist im Keller. Aktuell bekommt ein Bauer in Deutschland nur noch rund 25 Cent pro Liter. Grund: Nach der Abschaffung der Milchquote sind der Produktion keine Grenzen mehr gesetzt. Die Folgen sind Preisverfall und Überproduktion. Klein- und Familienbetriebe sterben und weichen riesigen Großbetrieben mit 500 Kühen oder mehr. Und die sind mittlerweile durch hohe Investitionskredite verschuldet und hängen am Tropf ihrer Geldgeber.

Viele Milchbauern fordern mindestens 40 Cent pro Liter Milch um überleben zu können. Bei Supermarktpreisen von teilweise 55 Cent kann kein Bauer wirtschaftlich überleben. Jeden Tag verramschen die Molkereien ein hochwertiges Produkt – den Preis für die billige Milch zahlen die Bauern und indirekt wir alle: Durch das Bauernsterben geht unwiederbringlich ländliche Kultur verloren. Und: Subventionen für notleidende Bauern sind Steuergelder. Das Geschäft machen die Molkereien, sie steigern durch die billige Rohmilch ihre Gewinne.

Wie konnte es zur der jüngsten Fehlentwicklung auf dem Milchmarkt kommen? Setzt die Politik zu sehr auf Großbetriebe und lässt die Kleinbauern im Stich? Sind die Bauern selbst schuld, weil sie zu viel Milch auf den Markt werfen? Dieter Könnes stellt Landwirten, Molkereien und der Politik unbequeme Fragen über die Milch und was sie uns Wert ist.

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Sendetermin
Montag, 7. Dezember 2015, von 20.15 Uhr – 21.00 Uhr, WDR

Autoren: Sven Ihden, Kai Voßkämper, Franziska Wielandt
Redaktion: Irmela Hannover und Jörg Gaensel