WDR Reportage: Könnes kämpft – Obsoleszenz

30. November 2015

Produzieren für den Müll – Warum wir so vieles wegwerfen müssen

Das kennt jeder: Sobald die Garantie der neuen Waschmaschine, des Druckers oder Staubsaugers abgelaufen ist, geht das Gerät kaputt. Steckt ein Plan dahinter? Dieter Könnes befasst sich mit der „geplanten Obsoleszenz“ – so heißt die absichtliche Verkürzung der Produktlebensdauer durch die Hersteller. Hat ein eingebauter Verschleiß tatsächlich System? Kaufen Verbraucher heute buchstäblich für den Müll?

Jahr für Jahr werden neue Billigprodukte auf den Markt geworfen. Damit die Handys, Kaffeeautomaten, Elektrozahnbürsten und Computer auch verkauft werden, halten sie immer kürzer. Plastikteile werden statt teurem Edelmetall eingebaut oder Kondensatoren an Stellen, wo sie durch Überhitzung viel zu früh den Geist aufgeben müssen. Auffällig viele Geräte sind mittlerweile so konstruiert, dass sich eine Reparatur gar nicht mehr lohnt. Eine defekte Platine auszutauschen kostet oft fast so viel wie ein neues Gerät. Weltweit fallen so jährlich über 40 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Eigentlich sollte dieser nach staatlichen Vorgaben sorgfältig recycelt und die Wertstoffe wiederverwertet werden. Da sich mit dem Schrott aber gutes Geld verdienen lässt, landet unser Wohlstandsmüll oft genug in Afrika, wo er unter lebensbedrohlichen Bedingungen restverwertet wird. Dieter Könnes folgt dem Weg der Altgeräte – und er interessiert sich für Alternativen. Er trifft Menschen, denen der immer schneller drehende Kreislauf von Neukauf und Wegwerfen ein Dorn im Auge ist. Und er fragt bei Herstellern und Politik nach, wie in Zeiten schwindender Rohstoffe unsere Elektrogeräte wieder länger haltbar werden können.

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Sendetermin
Montag, 30. November 2015, von 20.15 Uhr – 21.00 Uhr, WDR

Autoren: Vera Hausmann, Sascha Dünnebacke
Redaktion: Irmela Hannover und Jörg Gaensel
Kamera: Christian Ludwig, Patrick Maazouz, Alexander Seidenstücker
Schnitt: Martin Hirsch, Jörg Hülse, Anika Mey